Mit dem eigenen Holzlöffel speisen: unbezahlbar

Im Mittelalter war es gang und gäbe, in der heutigen Zeit ist es schon fast ein Luxus: seinen eigenen Löffel zu schnitzen. Das einfache Handwerk ist ein unvergessliches Erlebnis. Wer sich einmal die Grundlagen aneignet, ist um ein entspanntes Hobby reicher. Mit Fleiss, Geduld und Übung verfeinert man Löffel um Löffel seine handwerklichen Fertigkeiten. Die Holzfasern bestimmen mit, in welche Form der Löffel gehen möchte und jedes Stück wird ein Unikat.

Die Glut formt den Löffelkopf

Am Morgen trifft eine gut gelaunte Gruppe neugieriger Menschen im Campus ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich seit ihrer Anmeldung auf den heutigen Tag gefreut. Da es allen bereits in den Fingern juckt, legen wir direkt los.

Als erstes sammeln wir ergänzend zu den Holzscheiten Äste und machen ein Feuer. Ein paar der Stöckchen legen wir beiseite. Workshopleiter Jakob Surbeck hat zersägte Linden- und Birkenäste in unterschiedlichen Längen mitgebracht. Jedes Stück hat das Potential für zwei Löffel, deshalb spalten wir sie in der Mitte mit dem Faserverlauf.

Sobald das Feuer heruntergebrannt ist, schieben wir mit den Stöckchen je ein Stück glühende Kohle auf die flache Seite des Holzstücks. Mit dem Stöckchen fixieren wir dieses, während wir eine runde oder ovale Fläche einbrennen, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist. Dann schaben wir die Wölbung aus.

Ein scharfes Messer und Geduld

Nun geht es ans Schnitzen. Jakob erklärt uns den sicheren Umgang mit dem Messer. Wir lernen, wie wir anfangs gröbere Holzstücke einschneiden und mithilfe eines Holzscheits von der Stielseite abspalten können. Beim Löffelkopf lassen wir vorerst das vorstehende Stück dran für einen besseren Griff.

Das gemächliche, gleichmässige Arbeiten versetzt uns in einen angenehmen Zen-Zustand. Je mehr wir den Löffel aus dem Holzstück befreien, umso feiner gilt es zu arbeiten. Die Herausforderung ist, auch bei Rundungen die Späne mit dem Faserverlauf wegzuschneiden, sodass das Holz nicht franst. Mit der Zeit bekommen wir ein Gespür für unsere Holzstücke. Trotz vorsichtigem Arbeiten gehört zum Löffelschnitzen auch ein bisschen Glück: in seltenen Fällen kommt es vor, dass das Holzstück dem Druck nicht standhält und bricht. Oder das Holzstück hält, wie bei einem heutigen Teilnehmer, eine Überraschung bereit: plötzlich legt man einen Wohnraum samt Bewohner frei.

So meditativ das Schnitzen auch ist – es lohnt sich, zwischendurch immer wieder mal sein Messer zu schleifen. Jakob hat dafür ein Schärfset mit Keramikstäben mitgebracht.

Das Finale: Feinschliff und Politur

Nachdem wir die Löffel in Form gebracht haben, schleifen wir sie zuerst mit einem 80er-Schleifpapier. Nach und nach verwenden wir immer feinere Varianten. Am heutigen Workshop kommen wir nicht mehr dazu, aber Perfektionisten polieren ihren Löffel abschliessend nass mit einer 1000er-Körnung. Nach dem letzten Schliff bringt das Einreiben mit Leinöl die schönen Farben des Holz zum Leuchten.

Hast du Lust, beim nächsten Mal mitzumachen? Trage dich als Interessent/in ein und erfahre als erste/r, wenn wir diesen Worksop erneut organisieren. Wenn ihr euch als Gruppe mit mindestens 8 Teilnehmer/innen meldet, vereinbaren wir gerne direkt einen Termin.

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